Kajakerlebnisse mit Walter Mück

Flüsse voller Leben!

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Weitere Berichte finden Sie im Archiv !

Die nachstehenden Berichte erschienen in der Zeitschrift "Österreichs Kanusport" Okt Nov Dez 1983

Verbandsführungsfahrten '83 – eine Erfolgsbilanz?

Im Herbst 1982 einigten sich die Wanderwarte des Verbandes, durch verstärkte Veranstaltung von Führungsfahrten ein attraktives Wandersportprogramm zu bieten. Über fünf dieser Fahrten will ich hier berichten.
Schon am 20. März hatte der KC Gars zur Fahrt auf den oberen Kamp eingeladen. Bei erträglichem Wetter trafen sich etwa 25 Paddler aus 4 Vereinen und erlebten bei gutem Wasserstand die herrliche Waldschlucht von Roiten bis Zwettl. Im Labyrinth der Granitblöcke ging niemand verloren, ein paar Kenterungen waren im Sinne von Pfarrer Kneipp zu vertreten. Leider führte die Hektik einiger Gruppen zu einer völlig unkoordinierten Auto-Pendlerei.
Der Kampmarathon am nächsten Wochenende, Palmsonntag verlief wieder einmal unter dem Motto „ich möchte ein Eisbär sein“. Dass trotzdem 11 Vereine mit 46 Teilnehmern am Start waren, bestätigt das Erfolgsrezept dieser Veranstaltung, die für den 15. April 1984 erstmalig mit internationaler Ausschreibung geplant ist.

Eine der schönste Fahrten gelang dem Linzer FC am 17. April. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich etwa 35 Paddler im Mühlviertel, um die Große Naarn und die Waldaist kennen zu lernen. Bei idealem Wasserstand erlebte der Kraftwerkskatarakt seine erste Massenbefahrung. Diese gefällstarke, reißende Passage (WW IV) war gut abgesichert, so dass auch weniger routinierte Fahrer auf kleine Gruppen aufgeteilt den wilden Ritt wagten. Einige rasante Kenterungen zeigten dann die die Grenzen, bis zu welchen man als Veranstalter von Führungsfahrten gehen kann. Mit der Nachmittagsfahrt auf der Waldaist von Riedlhammer bis zur Feldaistmündung wurde ein Tag vollendet, den sicher alle in bester Erinnerung behalten werden.
Eine ganz andere Dimension hatte die Wanderfahrt auf der March am 28. und 29. Mai. Die fünfköpfige Mannschaft des KC Gars erlebte zur Abwechslung eine richtige Kanuwandertour alter Schule mit allem Zubehör (Proviant, kistenweise, für zwei Tage). Ein Kreislaufkollaps am ersten Tag dürfte auf die enorme Hitze zurückzuführen sein. Sonst gab es nur Zwerchfellerschütterungen, für die Poldi Reindl am laufenden Band sorgte. Zum Abschluss wurde bei der Ruine Theben die Donau unter Aufsicht der Strompolizei überquert: alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese schöne Fahrt mehr Teilnehmer verdient hätte!
Auf allgemeinen Wunsch veranstaltete der KC Gars am 18. September eine Fahrt am Mühlkamp, welcher bei Faltbootfahrern früher sehr beliebt war. Merkwürdigerweise war von den wortführenden Vereinen keiner am Start. 16 Paddler aus Pöchlarn und Gars verbrachten jedenfalls einen schönen Sonntag-Nachmittag in den Auwäldern von Grafenegg bis Altenwörth.
Wenn ich diese Fahrten z. B. mit der ungarischen Warmwasserfahrt (siehe ÖKS 2/83) vergleiche, muss ich feststellen, dass unsere Bemühungen noch stark in den Geburtswehen stecken, der gute Ansatz darf aber nicht übersehen werden. Neben der oft sehr geringen Beteiligung fiel mir eine starke Cliquenbildung der Vereine am unangenehmsten auf. Die einzelnen Gruppen zeigen untereinander familiäre Zusammengehörigkeit, nach außen hin jedoch verhalten sie sich wie Passanten in der U-Bahn. Da wird selbständig gestartet, vorne weg gefahren, und nach dem Rennen zerstört die Abreisehektik jedes Rahmenprogramm. Diesem Problem vieler Vereine (Isolierung, Probleme mit Neumitgliedern) entgegenzutreten wird die Hauptaufgabe folgender Veranstaltungen sein. Bedauert wurde schließlich auch die fehlende Präsenz von Vorstandsmitgliedern des Verbandes (mit Ausnahme von Wanderreferent Fries). Vorschläge von Lesern werden wie immer gerne angenommen!


Waldaist Mühlkamp

Urlaubsfahrten auf leichtem Wildwasser

In kurzer Zeit kann heute fast jeder Anfänger die notwendigen Voraussetzungen für den II. und III. WW Grad erlernen. Nur wenige hingegen bringen den notwendigen Trainingseifer für schwereres Wasser auf, so dass eine große Zahl von Paddlern Gewässer wie die Salza bevorzugt, nicht zu leicht, nicht allzu schwer, beeindruckende Landschaft, klares Wasser usw.. Für den Fahrtenleiter, der - wenn auch mit Hilfe der neuen DKV-Auslandsführer - einen solchen Urlaub plant, keine leichte Aufgabe. Die folgenden drei Urlaubsfahrten können zur Wiederholung empfohlen werden!

Frankreich:

Im Mai 1980 war das französische Zentralmassiv unser Reiseziel. Die Paradeflüsse Ardeche und Tarn mit ihren tiefen Kalkschluchten muss man erlebt haben, aber auch in der unmittelbaren Nachbarschaft bieten Ceze, Chassesaz, Beaume, Loire und viele andere Flüsse herrliche Landschaft auf leichtem Wildwasser (WW I-II). Detaillierte Beschreibungen findet man im DKV-Auslandsführer Bd.3, Auflage 1983, sowie in „Wildwassertouren in den Alpen“ von Robert Steidle, BLV 1980.

Italien:

Vom 1. bis 7. Mai 1983 durchstreifte der Kajak Club Gars den italienischen Apennin zwischen Bologna und Piacenza. Die lobenden Beschreibungen von Hans Matz wurden noch übertroffen, besonders die Trebbiaschlucht darf mit Ardeche und Salza zu Europas schönsten Wanderfüssen gezählt werden! Aveto, Enza und Secchia bieten ebenfalls herrliche, einsame Schluchten und sauberes Wasser ohne große Probleme und Hindernisse (WW II-III), Ceno, Scoltenna und Panaro runden das Wochenprogramm ab; mit dem Dolo, welcher bei Cerredolo in die Secchia mündet, entdeckten wir einen spritzigen schönen Bach (8 km, WW II-III). Gegenüber dem DKV-Auslandsführer Bd. 2. Jg. 1980, ergaben sich einige Änderungen durch schweres Hochwasser im Winter 1982/83 (Ceno: Unfb. Stelle nach km 25, jetzt fb., WW III-IV. Enza: ca. km 20 eine Stelle WW IV-V), die Schwierigkeitsangaben erschienen uns etwas übertrieben (Neuauflage in Arbeit).

Griechenland:

Wie lange Griechenland noch zu den Superlativen für den WW-Wanderer zählt, hängt vom Baufortschritt und von den Finanzen der Industrie ab. Für Griechenlandkenner war jedenfalls unser Urlaub vom 2. bis 11. Juni 1983 eine Folge von Tiefschlägen, für Unvoreingenommene bleiben aber hoffentlich einige lohnende Reststrecken der Zukunft erhalten. Ein ortskundiger, nervenstarker, geduldiger Chauffeur sowie ein halbwegs geländegängiger Wagen sind Voraussetzungen für griechische Wildflüsse!
Der Arachthos von km 30 (Valduma) bis km 71 (Plaka) bietet eine äußerst beeindruckende Tagestour. Für den riesigen Schlusscanyon fehlen einem die Worte, der Fluss durchschneidet das Gebirge anscheinend an seiner höchsten Stelle. Nur eine Passage bringt größere Probleme, dieser Katarakt (WW IV) kann aber leicht umtragen werden. Leider sind bei km 45 bereits Sprengarbeiten für eine Talsperre im Gang! In Verbindung mit dem Arachthos-Canyon offenbart ein Start auf dem Kallaritikos bei der der Türkenbrücke oberhalb von Chritu eine Schluchtentour der Superlative. Mit Realisierung des bereits begonnenen Zerstörungswerkes am Schluchteingang dürfte die junge Befahrungsgeschichte dieses Traumbaches schon wieder beendet sein.
Der Acheloos, idealer Expeditionsfluss unserer Paddler-Ahnen, wird zunehmend verstümmelt. Der verheerende Straßenbau durch die steilen Schluchtwände wird allerdings folgenden Paddlern einige Vereinfachungen bringen, so dass der Fluss in Zukunft als Tagestour bis Pigai (Pijae) zu empfehlen sein wird. Von dort führt eine schlechte Straße ca. 100 km über Kalendini bis Arta. In Verbindung mit einer Besichtigung des einmaligen Vikos-Canyons empfiehlt sich eine Befahrung des des unteren Voidomatis, welcher normalerweise erst am Schluchtende das leere Flussbett füllt. Eine Wanderung von Monodendri zu den Aussichtsplätzen oder durch den ab Mai trockenen Canyon selbst bietet Eindrücke, die mit Verdon-Erlebnissen vergleichbar sind. Von der Brücke Aristi-Papingon weg führt der Voidomatis mit reinstem Trinkwasser ohne Schwierigkeiten durch einen märchenhaften Felsgarten 5 km bis zur Hauptstraße. Die schweren Passagen vom Quelltopf bis zur Brücke können von Vikon mittels Fußmarsch erreicht werden (siehe OKS 5/6/78).

Trebbia Ladopotamos

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